Keine Begriffe gefunden. Anderen Filter wählen.
A
AfA (Absetzung für Abnutzung)
AfASteuerliche Abschreibung von Immobilien über die Nutzungsdauer. Vermieter können die Anschaffungskosten des Gebäudes (nicht des Grundstücks) jährlich als Werbungskosten absetzen und so die Steuerlast erheblich reduzieren. Eine nicht-zahlungswirksame Abschreibung, die den Cashflow nicht beeinflusst.
Lineare AfA = Gebäudewert ÷ Nutzungsdauer × 100%
Wohngebäude Baujahr vor 1925: 2,5% p.a. (40 Jahre)
Wohngebäude ab 1925: 2,0% p.a. (50 Jahre)
Neubauten ab 2023: 3,0% p.a. (§ 7 Abs. 4 EStG)
Wohngebäude Baujahr vor 1925: 2,5% p.a. (40 Jahre)
Wohngebäude ab 1925: 2,0% p.a. (50 Jahre)
Neubauten ab 2023: 3,0% p.a. (§ 7 Abs. 4 EStG)
Beispiel: Gebäudewert 400.000 € (ohne Grundstück) → AfA 2% = 8.000 €/Jahr steuerliche Abschreibung. Bei 42% Steuersatz spart das 3.360 €/Jahr real.
→ AfA-Rechner
Auflassungsvormerkung
Sicherungseintrag im Grundbuch, der das Eigentumsübertragungsrecht des Käufers sichert, sobald der Kaufvertrag notariell beurkundet wurde — noch bevor das Eigentum tatsächlich übertragen ist. Schützt den Käufer vor Doppelverkauf oder Belastungen durch den Verkäufer in der Zwischenzeit.
Ablauf: Notartermin → Auflassungsvormerkung → Kaufpreiszahlung → Grundbucheintragung (dauert 3–8 Wochen nach Zahlung).
B
Beleihungsauslauf (LTV)
LTVDas Verhältnis des Darlehensbetrags zum Beleihungswert der Immobilie. Bestimmt maßgeblich den Zinssatz. Banken beleihen in Deutschland typischerweise bis zu 80% des Beleihungswerts günstig — darüber wird ein Risikoaufschlag fällig.
Beleihungsauslauf = Darlehensbetrag ÷ Beleihungswert × 100%
Beleihungswert ≈ Kaufpreis × 0,9 (konservative Bankbewertung)
Beleihungswert ≈ Kaufpreis × 0,9 (konservative Bankbewertung)
Beispiel: Kaufpreis 400.000 €, Eigenkapital 100.000 €, Darlehen 300.000 €. Beleihungswert ca. 360.000 € → Beleihungsauslauf = 83,3% → Risikoaufschlag wahrscheinlich.
Bestellerprinzip
Seit Dezember 2020 gilt beim Immobilienkauf: Wer den Makler beauftragt, zahlt mindestens die Hälfte der Provision. Die Maklerprovision wird hälftig geteilt — maximal 3,57% inkl. MwSt. je Seite. In einigen Ländern trägt der Verkäufer die volle Provision, ohne sie auf den Käufer abwälzen zu können.
Typische Provision gesamt: 5,95–7,14% des Kaufpreises (inkl. 19% MwSt.), aufgeteilt je zur Hälfte. Gesetzliche Regelung: § 656c BGB.
Bonität & SCHUFA-Score
Die Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers, bewertet u.a. durch den SCHUFA-Score. Ein Score über 97% gilt als sehr gut und führt zu den besten Zinskonditionen. Negative Einträge (Mahnbescheide, Zahlungsausfälle) können eine Finanzierung erheblich verteuern oder unmöglich machen.
Score-Klassen: 97,5–100% = sehr geringes Risiko · 95–97,5% = geringes Risiko · 90–95% = zufriedenstellend · unter 90% = erhöhtes Risiko.
E
Eigenkapital
Der aus eigenen Mitteln finanzierte Anteil beim Immobilienkauf. Empfehlung: mindestens 20% des Kaufpreises plus die gesamten Kaufnebenkosten (GrESt, Notar, Grundbuch, ggf. Makler) aus Eigenkapital finanzieren. Kaufnebenkosten können nicht über das Darlehen finanziert werden.
Mindest-Eigenkapital = Kaufnebenkosten + (Kaufpreis × 20%)
Kaufnebenkosten = GrESt + Notar (~1,5%) + Grundbuch (~0,5%) + Makler (0–3,57%)
Kaufnebenkosten = GrESt + Notar (~1,5%) + Grundbuch (~0,5%) + Makler (0–3,57%)
Beispiel: Kaufpreis 400.000 €, GrESt Bayern (3,5%) 14.000 €, Nebenkosten gesamt ~30.000 € → Eigenkapital mindestens 110.000 € empfohlen.
Effektiver Jahreszins
eff. ZinsDer tatsächliche Gesamtkostensatz eines Darlehens, der alle Kosten einschließt — nicht nur den Nominalzins. Laut EU-Verbraucherkreditrichtlinie müssen Banken den Effektivzins ausweisen. Basis für den Vergleich verschiedener Kreditangebote.
Monatsrate = D × [r(1+r)ⁿ] / [(1+r)ⁿ − 1]
D = Darlehensbetrag · r = Monatszins · n = Laufzeit in Monaten
D = Darlehensbetrag · r = Monatszins · n = Laufzeit in Monaten
G
Grunderwerbsteuer (GrESt)
GrEStLandessteuer auf den Erwerb von Grundstücken und Immobilien, die beim Kauf einmalig anfällt. Die Sätze variieren je nach Bundesland erheblich — von 3,5% in Bayern und Sachsen bis zu 6,5% in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen.
GrESt = Kaufpreis × Steuersatz des Bundeslandes
Bayern/Sachsen: 3,5% · Berlin: 6,0% · NRW: 6,5%
Bayern/Sachsen: 3,5% · Berlin: 6,0% · NRW: 6,5%
Beispiel: Kaufpreis 400.000 € in NRW → GrESt = 400.000 × 6,5% = 26.000 €. Gleiche Immobilie in Bayern → 14.000 €. Unterschied: 12.000 €.
→ Grunderwerbsteuer-Rechner
Grundbuch
Öffentliches Register beim Amtsgericht, in dem alle Grundstücke und Immobilien mit ihren Eigentümern, Belastungen (Hypotheken, Grundschulden) und Rechten eingetragen sind. Die Eintragung ins Grundbuch ist konstitutiv — erst mit der Eintragung wird man rechtlicher Eigentümer.
Kosten: Grundbucheintragung ca. 0,5% des Kaufpreises (gesetzliche Gebühren nach GNotKG). Grundschuldeintragung für das Darlehen kommt hinzu.
Brutto- & Nettomietrendite
Die Bruttomietrendite setzt die Jahreskaltmiete ins Verhältnis zum Kaufpreis — ohne Kosten. Die Nettomietrendite zieht alle Bewirtschaftungskosten ab und ist deutlich aussagekräftiger. Guter Richtwert: Nettomietrendite über 4% in gefragten Lagen, über 5–6% in B-Städten.
Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100%
Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete − Bewirtschaftungskosten) ÷ Gesamtinvestition × 100%
Gesamtinvestition = Kaufpreis + alle Kaufnebenkosten
Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete − Bewirtschaftungskosten) ÷ Gesamtinvestition × 100%
Gesamtinvestition = Kaufpreis + alle Kaufnebenkosten
Beispiel: Kaufpreis 300.000 €, Kaltmiete 1.200 €/Monat → Brutto = 4,8%. Nach Kosten und Nebenkosten (ca. 25.000 €) → Netto ca. 3,8%.
→ Renditerechner
Grundsteuer
Jährliche Steuer auf Grundbesitz, erhoben von den Gemeinden. Seit der Grundsteuerreform 2025 wird sie nach neuen Berechnungsgrundlagen ermittelt (Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz der Gemeinde). Bei Vermietung grundsätzlich als Betriebskosten auf den Mieter umlegbar.
Neue Berechnung ab 2025: Grundsteuerwert (nach Lagefaktor und Bodenrichtwert) × 0,31‰ (Wohngebäude) × Gemeindehebesatz (100–1.000%). Stark von der Gemeinde abhängig.
H
Hausgeld (WEG)
Monatliche Zahlung der Wohnungseigentümer an die Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) zur Deckung gemeinschaftlicher Kosten (Versicherung, Hausmeister, Rücklage, Verwaltung). Typisch 2,50–4,00 €/m² pro Monat. Beim Kauf einer Eigentumswohnung immer die aktuellen Hausgeldabrechnungen und Protokolle prüfen.
Vermietung: Ein Teil des Hausgelds (nicht umlagefähige Kosten wie Verwaltergebühr, Rücklage) geht zu Lasten des Vermieters und mindert den Cashflow.
K
Kaufnebenkosten
Alle zusätzlichen Kosten beim Immobilienkauf neben dem Kaufpreis. In Deutschland besonders hoch im internationalen Vergleich — je nach Bundesland und Maklereinsatz zwischen 9% und 15% des Kaufpreises. Müssen vollständig aus Eigenkapital bestritten werden.
Kaufnebenkosten = GrESt (3,5–6,5%) + Notargebühren (~1,5%) + Grundbucheintragung (~0,5%) + Maklerprovision (0–3,57%)
Beispiel Berlin: Kaufpreis 500.000 € → GrESt 6% = 30.000 € + Notar 7.500 € + Grundbuch 2.500 € + Makler 17.850 € = 57.850 € Nebenkosten (11,6%).
→ Kaufnebenkosten-Rechner
L
Leerstand & Mietausfall
Zeitraum ohne Mieter und damit ohne Mieteinnahmen. In einer seriösen Renditeberechnung sollte ein Leerstandsrisiko von 4–8% der Jahreskaltmiete (ca. 0,5–1 Monat) eingeplant werden. In stark nachgefragten Städten deutlich niedriger; in ländlichen Regionen deutlich höher.
Effektive Jahreskaltmiete = Monatskaltmiete × 12 × (1 − Leerstandsquote)
Leerstand 5% ≈ 0,6 Monatsleerstand/Jahr
→ Renditerechner
Leerstand 5% ≈ 0,6 Monatsleerstand/Jahr
N
Notargebühren
In Deutschland ist die notarielle Beurkundung von Immobilienkäufen gesetzlich vorgeschrieben. Notargebühren sind bundeseinheitlich im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) geregelt — ca. 1,0–1,5% des Kaufpreises für Beurkundung und Grundbuchvollzug zusammen. Nicht verhandelbar.
Beispiel: Kaufpreis 350.000 € → Notargebühren ca. 3.500–4.000 € (inkl. Grundbuchvollzug). Dazu kommen Grundbucheintragungsgebühren von ca. 1.500–2.000 €.
S
Sonder-AfA §7b EStG
§7bSonderabschreibung für neue Mietwohngebäude: Zusätzlich zur regulären AfA können in den ersten 4 Jahren je 5% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abgeschrieben werden (insgesamt 20% Sonder-AfA). Gilt für Neubauten, die nach dem 31.12.2022 fertiggestellt wurden, und ist an Effizienzhaus-40-Standard und Kostengrenze geknüpft.
Jahr 1–4: Sonder-AfA = Gebäudekosten × 5% p.a. (zusätzlich zur linearen AfA)
Kostengrenze: max. 4.000 €/m² Wohnfläche ansetzbar (ab 2023)
→ AfA-Rechner
Kostengrenze: max. 4.000 €/m² Wohnfläche ansetzbar (ab 2023)
Sollzins & Tilgung
Der Sollzins ist der vereinbarte Zinssatz auf das Darlehen (ohne weitere Kosten). Die Tilgung ist der Anteil der monatlichen Rate, der den Schuldenstand reduziert. Bei 1% Anfangstilgung und 3,5% Zinsen dauert die vollständige Rückzahlung über 40 Jahre — daher empfehlen Experten mindestens 2–3% Anfangstilgung.
Annuität (Monatsrate) = Darlehensbetrag × (Sollzins/12 + Tilgung/12) / (1 − (1 + Sollzins/12)^(−n))
Faustformel Laufzeit: 72 ÷ (Zins + Tilgung) = grobe Laufzeit in Jahren. Bei 3,5% + 2,5% = 72 ÷ 6 = 12 Jahre bis vollständige Tilgung.
V
Werbungskosten bei Vermietung
Alle Aufwendungen zur Erzielung von Mieteinnahmen können steuerlich als Werbungskosten abgesetzt werden: Zinsen auf das Darlehen (nicht die Tilgung), Hausgeld (nicht umlagefähige Anteile), Versicherungen, Reparaturen, Verwaltungskosten, Steuerberatung und die AfA. Führt häufig zu einem steuerlichen Verlust, der mit anderen Einkünften verrechnet wird.
Absetzbar: Darlehenszinsen ✓ · AfA ✓ · Reparaturen ✓ · Nicht absetzbar: Tilgung ✗ · Kaufpreis direkt ✗
Mietspiegel & Vergleichsmiete
Der Mietspiegel dokumentiert die ortsübliche Vergleichsmiete in einer Gemeinde. Für Städte über 50.000 Einwohner ist seit 2022 ein qualifizierter Mietspiegel verpflichtend. Bei Neuvermietung in Mietpreisbremsen-Gebieten darf die Miete höchstens 10% über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.
Mietpreisbremse: Gilt in über 300 Gemeinden. Ausnahmen: Erstvermietung nach Neubau, umfassende Modernisierung, Vormietverhältnis über der Grenze.
Z
Zinsbindung (Sollzinsbindung)
Zeitraum, in dem der vereinbarte Sollzins unveränderlich festgeschrieben ist. In Deutschland typisch 5, 10, 15 oder 20 Jahre. Nach Ablauf der Zinsbindung muss neu verhandelt werden (Anschlussfinanzierung) — zum dann geltenden Marktzins. Längere Zinsbindung bietet mehr Planungssicherheit, kostet aber meist einen Zinsaufschlag.
Sonderkündigungsrecht §489 BGB: Nach 10 Jahren Laufzeit kann das Darlehen mit 6 Monaten Frist kostenlos gekündigt werden — unabhängig von der vereinbarten Zinsbindung.
Instandhaltungsrücklage
Von der WEG angesammeltes Kapital für zukünftige Reparaturen und Modernisierungen des Gemeinschaftseigentums. Die Bildung einer angemessenen Rücklage ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 19 WEG). Beim Kauf einer ETW unbedingt den Kontostand der Rücklage prüfen — eine niedrige Rücklage deutet auf kommende Sonderumlagen hin.
Richtwert: 7,10–14,10 €/m² Wohnfläche pro Jahr (Peters-Formel), abhängig vom Baujahr und Zustand des Gebäudes.